Musikerin des Monats Februar 2002

100. Geburtstag von Lil Armstrong

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   1920

US-amerikanische Jazzpianistin und Arrangeurin

* 3. Februar 1902 in Memphis, Tennessee
+ 27. August 1971 in Chicago


Lil Hardin-Armstrong studierte zunächst an der Fisk University in Nashville. 1918 ging sie mit ihren Eltern nach Chicago, wo sie ihr Taschengeld verdiente, indem sie in einem Musikgeschäft den Kunden die neuesten Schlager vorspielte. Später arbeitete sie als Pianistin bei Curtis Mosby und bei „Freddy Keppard’s Jazz Cardinals", bis sie 1920 bei „King Oliver’s Creole Jazz Band" einstieg; dort lernte Lil schließlich Louis Armstrong kennen, mit dem sie von 1924 bis 1932 verheiratet war. Mit ihm zusammen gründete sie eine eigene Band, veranlaßte ihn 1925 zur Rückkehr aus New York und hatte wesentlichen Anteil an den ersten Hot Five- und Hot Seven-Aufnahmen. 1928 erwarb Lil Armstron ein Diplom am Chicago College of Music. In den 30er Jahren leitete sie verschiedene Bands und machte sich vor allem als Studiomusikerin und Arrangeurin einen Namen; sie arbeitete u.a. mit Buster Bailey, Chu Berry, Jay C. Higginbotham, Jonah Jones, Red Allen, Lonnie Johnson und Zutty Singleton zusammen. Ab 1952 spielte sie auf Europa-Reisen auch mit Peanuts Holland und Sidney Bechet. Während der 50er Jahre folgten zahlreiche Studioaufnahmen, Arrangieraufträge und Clubauftritte in USA und Kanada. 1961 trat sie zusammen mit Bud Freeman, Eddie Condon, Gene Krupa, Bob Haggart und Pee Wee Russell in der amerikanischen Fernsehshow „Chicago And All That Jazz" auf, zu der parallel eine Platte produziert wurde. Ihre Lebenserinnerungen sprach Lil Armstrong, die als treibende Kraft hinter Satchmos früher Karriere wirkte, auf die Platte „Satchmo And Me". Als eine der ersten akademisch ausgebildeten Jazzpianistinnen überzeugte sie nicht nur durch Virtuosität, sondern vor allem durch ihr vitales und ausdrucksstarkes Spiel. Die Sängerin Alberta Hunter sagte einmal: „Am besten konnten die Blues spielen, die keine Noten lesen konnten... Aber man sollte auch immer an Lil Armstrong denken, die einen ganz mächtigen Blues machte." Lil Armstrong starb bei einem Louis-Armstrong-Gedächtniskonzert - nur wenige Wochen nach dessen Tod - in Chicago auf der Bühne.



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